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Pampatar
Einwohner: ca. 10000
Als die beschaulichere Alternative zur trubeligen Touristenhochburg Porlamar wird Pampatar gerne beschrieben; beide Städte sind durch die üppig ausufernden Siedlungen beinahe schon zusammengewachsen. Tatsächlich sind die beiden wie Feuer und Wasser. Im Grunde ist das über mehrere Stufen angelegte Pampatar ein ruhiges, anmutiges, bescheidenes Städtchen geblieben, mit seinem schmalen Strand und den über Hügeln verstreuten Straßenzügen gänzlich ungeeignet für eine touristische Karriere, die es gleichwohl genommen hat. Allerdings befindet sich die Hotelzone außerhalb des Ortskerns. Der besteht aus einer Handvoll kolonialzeitlicher Häuser, die in appetitliche Eiscremfarben getaucht sind und neuen Inhalten und Bestimmungen zugeführt wurden. Diese so gern vorgezeigte > Altstadt < im Pueblo Abajo, dem Unterdorf, ist winzig und liegt genau gegenüber einer der beiden mächtigen Festungen, die Pampatar einst gegen Piraten und Royalisten schützten. Eine schmale kurze Meile verbindet den historischen Kern mit einem modernen Stadtteil, in dem es sogar ein Cybercafe gibt. Danach ist Klettern angesagt: hinauf in das Pueblo Arriba, das Oberdorf, wo sich die spärlichen Überreste des Fortin La Caranta befinden.
Zusammen mit Juangriego verfügt Pampatar seit einer frühen Gründung ( 1535 ) über die Haupthäfen der Insel. Mit wuchtigen Festungen, die überall in der Karibik den sternförmigen, von vier Schutzwehrtürmen umgebenen Grundriss teilen, verteidigten Die Spanier ihre junge Kolonie, denn auf dem Meer tummelten sich damals zahllose Piraten. Das Fort Castillo San Carlos de Borromero, tgl. 8- 12, 14 - 18 Uhr, entstand zwischen 1664 und 1684 und wurde erst kürzlich umfangreich restauriert. In seinem Innern befindet sich eine Galerie mit Gemälden von den Unabhängigkeitshelden der Insel. Die azurblau bemalte Casa de la Aduana ( Zollhaus, Mo - Fr 8 - 12, 14 - 18 Uhr ) schräg gegenüber vom Castillo und von ihm durch den obligatorischen Bolivar - Platz mit einer kleinen Bronzebüste des Libertador getrennt, entstammt der Kolonialzeit. Heute ist das zweigeschossige Gebäude Sitz von Fondene - Fondo para el Desarrollo des Estado Nueva Esparta. Ein Besuch lohnt sich wegen der hübschen Patio - Architektur, einer Bronzeplastik des auf Margarita geborenen Bildhauers und Malers Francisco Narvaez sowie den Wanderausstellungen, in denen ausschließlich Werke von Künstlern aus Nueva Esparta zu sehen sind. In der Bibliothek erhält man Zeitschriften und Bücher zur Geschichte und Kultur der Insel. Sie ist besser mit diesen Themen ausgestattet als so manche Buchhandlung in den Einkaufsgalerias in Porlamar. Genau gegenüber vom Castillo steht die Iglesia Cristo de Buen Viaje, eine kleine, schöne Kolonialkirche aus dem Jahr 1758 mit einer außen angebrachten Treppe zum Glockenturm. Das Bildnis der Cristo de Buen Viaje verehren die Fischer der Insel.
In der Casa Amarilla, dem gelben Haus, im Puebo Arriba wurde 1817 der Name Nueva Esparta für den kleinen Archipel ausgetüftelt. Man kann die Casa Amarilla nur von außen betrachten.
Museo de Mariposas
Harold Skinner:
Calle La Sardina 30,
Urbanisacion Playa El Angel,
keine festen Öffnungszeiten,
einfach vorbeischauen.
Der aus Trinidad stammende, 1917 geborene Harold Skinner, Gründer der entomologischen Gesellschaft in Venezuela, hat eine wunderschöne Sammlung von Schmetterlingen, Käfern und Insekten, in seinem Wohnhaus untergebracht, die jedem Besucher zugänglich ist. Ein Mini - Humboldt steckt in ihm: Drei Schmetterlingsarten hat er in den Dschungeln Venezuelas entdeckt. Schön, wenn man Zeit mitbringt und Englisch oder Spanisch versteht: Seine Reiseberichte und Entdeckungsgeschichten sind hörenswert.
Die Stadtstrände überzeugen fast nirgendwo, und auch hier nicht. Die Playa La Carata kann in puncto Schönheit mit den meisten Inselstränden nicht konkurrieren. Atmosphäre hat sie dennoch - nicht zuletzt, weil sie auch den Fischern gehört. Palmen sorgen für Schatten, man kann Liegestühle und Sonnenschirme mieten. Im Norden liegen nicht erschlossenen Strände mit ruhigem Wasser.
Fondene
( Fondo para el Desarrollo del Estado Nueva Esparta ):
Plaza Bolivar/ Calle Maneiro,
Mo - Fr 8 - 12, 14 - 18 Uhr.
La Bufonera:
Calle Almirante Brion,
Tel. 262 99 77, 262 84 18,
16 Zimmer, günstig.
Eine hübsche, in Ockertönen gehaltene und von Hibiskussträuchern umrahmte familiäre Anlage. Die Terrassen öffnen sich zum malerischen Fischerstrand an der Bahia de Pampatar. Die Zimmer sind recht klein.
Laguna Mar:
8 km nördlich von Pampatar, direkt am Strand, ausgeschildert,
Tel. 262 20 05, Fax 262 14 45,
lagunamar@telcel.net.ve ,
400 Zimmer, teuer.
Die All - Inclusiv - Anlage ( neun Pools und fünf Restaurants ) wirkt nicht besonders heimelig: Ein weißer Kasten thront über dem Strand, und ragt weithin sichtbar in die Landschaft hinein. Mit eigener Diskothek und einem Fitnesscenter sowie Animation rund um die Uhr.
El Rincon de Antonio:
Calle La Marina s/n ( ohne Hausnr.),
Tel. 262 35 50,
günstig/moderat.
Das Terrassenrestaurant am Meer ist eine gelungene Mischung aus spanischer Taska und Fischerkneipe. Serviert wird fast ausschließlich Fisch in guter Qualität.
La Posada de Pola:
Calle La Marina s/n ( ohne Hausnr.),
günstig.
In einem kleinen anheimelnden garten zum Meer hin stehen fünf Tische, das ist die Posada de Pola, die nur am Wochenende und auf Anfrage für Gesellschaften geöffnet ist. Spezialitäten sind carite ( spanische Makrele ), und pargo ( Rotbarsch ). Romantisch.
Oma`s Küche:
Calle San Martin s/n ( ohne Hausnr. ),
Tel. 262 36 72,
04 14-787 10 19 ( Handy ),
günstig.
Dass Nürnberger Bratwürstchen frisch auf den Tisch kommen, dafür sorgt Angela, die Dame des Hauses höchstpersönlich. Natürlich gibt es auch venezolanische Küche, Das kleine, nette Restaurant mit Terrasse gleich hinter der Inglesia Cristo de Buen Viaje ist ein Treffpunkt für alle, die ihre Heimat vermissen. Die sympathische Wirtin vermietet auch Fremdenzimmer.
Eine Disko gibt es im Hotel Laguna Mar.
Häufiger Linienbusverkehr mit Porlamar. Die Ziele sind stets auf den Windschutzscheiben der Busse vermerkt. Sie halten auf verschiedenen Punkten auf den Hauptstraßen von Pueblo Arriba und Pueblo Abajo ( auch am Castillo San Carlos ).