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Boca del Rio
Einwohner: ca. 6400
Ein Spaziergang entlang der Uferpromenade beweist es schnell:
Einer der wichtigsten Fischereihäfen von Margarita ist Boca del Rio, die Pforte zur Halbinsel Macanao. Myriaden von tuschkastenbunten Booten schaukeln auf sanften Wellen, die Netze liegen zum Trocknen ausgespannt zwischen den Häusern. Die improvisierten Werften im Sand, in denen die noch nicht fertig gestellten Holzboote aussehen wie überdimensionale Gräten, kann sich jeder ansehen. Sogar hochseetaugliche Boote für den Tunfischfang werden in Handarbeit hergestellt. Sie haben viel Speicherplatz und können bis zu 15 Seeleute aufnehmen. Früher war es ein Fest, wenn die Fischer aufs Meer hinausfuhren. Das gesamte Dorf beteiligte sich daran, die Schiffe aufs Wasser zu setzen. Dazu baute man damals eine Rampe aus Holz, heute besorgt ein Traktor die Arbeit. Neben den zahlreichen winderfüllten Siedlungen auf Macanao, wirkt Boca del Rio geradezu umtrieben. Am östlichen Ortseingang thront der Stolz von Margarita: die meeresbiologische Fakultät der Universidad del Oriente. Das schönste Forschungsobjekt liegt mit den Mangrovendickichten der Laguna de La Restinga praktisch vor der Haustür. Die Universität betreut das Museo Marino de Margarita (oder: Museo del Mar) am Bulevar El Paso, das vielleicht interessanteste der Insel. In Boca del Rio kann man das hübsche Alltagsgesicht Margaritas besonders gut auf sich wirken lassen. Sorgfältig in Pastellfarben gestrichene Häuser säumen zwei parallel angeordnete Hauptstraßen. Und sogar auf zwei öffentlichen Plätzen spielt sich das Leben des Städtchens ab: Die Plaza de Bomberos, auf der ein Feuerwehrmann eine Gerettete in den Armen hält, macht der üblichen Plaza Bolivar mit einer Brüste des berühmten südamerikanischen Befreiers Konkurrenz.
Museo del Mar:
Bulevar El Paso,
Tel: 291 12 31,
museomar@telcel.net.ve ,
Mo - So 9 - 16 Uhr
Das Meeresmuseum ist in einem weitläufigen Patio - Haus mit einer Ausstellungsfläche von 1000² untergebracht. Den offenen Eingangsbereich dominiert das Skelett eines Wales, in den Pflanzenbeeten im Innenhof verbergen sich Mini - Kaimane, in einem Wasserbecken tummeln sich Schildkröten, in einem zweiten Baby - Haie. In den Sälen geht es dann weniger spektakulär zu: Umfangreiche Muschel - und Meeresschneckensammlungen, Schildkrötenpanzer, schöne Fotos von der traditionellen Küstenfischerei, Schiffsmodelle und ein Videosaal sind auf zwei Stockwerke verteilt.
Der Oststrand ist nicht besonders attraktiv. Eine Stichstraße führt 4 km weiter westlich zur Playa Guayacancito, die touristisch nicht erschlossen ist.
Es gibt zwei nette, einfache Fischrestaurants: Pescadonis und Franmarca, (beide günstig) auf dem Bolevar El Paseo. Hier steht der traditionelle Fischeintopf sancocho de pescado auf der Speisekarte, was ansonsten nicht oft der Fall ist. Frische Calamares sind eine weitere Spezialität.
Regelmäßiger Linienbusverkehr nach Juangriego, La Asuncion und Porlamar.